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Unterwegs mit Rita

von Rita Argauer

Jahr: 2013, Woche: 16

Alle freuen sich über den verspäteten Frühling. Rita freut sich über Regen. Endlich muss man nicht mehr jeden Abend an der frischen Luft verbringen, endlich kann man wieder zurück an die "finsteren Orte der Stadt". Ins Substanz zum Beispiel, ins Prince of Wales oder ins Theater in der Roten Sonne.

Endlich wieder Regen. Endlich kein emotionales Streben mehr nach frischer Luft und lauen Nächten auf der Straße. Endlich mit gutem Gewissen zurück zu den finsteren Orten der Stadt, die so viel mehr zu bieten haben als schimmlige Ecken und verranzte Böden.

Zum Beispiel das Orangehouse im Feierwerk. Dort tritt am Freitag die außergewöhnliche, wunderbare, neue Münchner Band Trallala auf. Ich liebe sie, seit ich sie auf Soundcloud entdeckte, und bin sehr gespannt auf die Live-Umsetzung.

Tags drauf, Samstag, zieht es mich schon wieder an diesen altehrwürdigen Jugendkulturort, dem gerade an jeder Ecke zu seinem 30. Geburtstag gratuliert wird: Über das gesamte Feierwerkgelände hinweg findet das Lokalhelden-Festival statt. Organisiert von der Party-Crew „Isarbass“ treffen dort sämtliche Veranstaltungsgruppen der Stadt auf einander: Von Elektro-Swing über Drum’n'Bass bis zu MunichOpenMinded geben sich die DJs die Platten in die Hand. Und Live Hip Hop von JuseJu und Fatoni gibt es auch noch.

Davor mache ich allerdings noch einen kurzen Abstecher ins „Prince of Wales“. Dort – in einem winzigen Haus im Hinterhof – kann man heute das letzte Mal die sehr gelungene Doppelausstellung des jungen Münchner Künstlers Jonas von Ostrowski zusammen mit seinem Vater Aribert von Ostrowski ansehen. Unter dem Namen „Raben und Raketen“ prallen dort Bedeutung und Abstraktion sowie Möbel und Wandgemälde aneinander. Und das auf weniger als zehn Quadratmetern.

Sonntag, du verschlafener Tag! Und trotzdem schon wieder Elektro: die ausgesprochen spannende LiveDrumRemix-Show im Substanz. Vielleicht darf man sich das ein wenig wie die seit jeher im Substanz ansässigen Poerty-Slams vorstellen. Nur, dass mit Beats, Trommeln und Bass um sich geschmissen wird. Und man munkelt, dass der ein oder andere Musik der Münchner Band Talking Pets dort ebenfalls mitmischt.

Jetzt ist erst einmal Schluss mit Musik: Die kommenden Tage werden arty, intellektuell und akademisch. Montags gibt es den „Jour Fixe“ von ein paar Kunstakademie-Studenten. Dort wird die italienische Architekturtheoretikerin Monica Bonvicini über so interessante Dinge sprechen wie die Gestaltung und Subversion des öffentlichen Raumes. Am Dienstag zeigt die feministische und reisende Künstlerin Ella von Der Haide Filme im DGB-Haus und erzählt Erfahrungen und Beobachtungen dazu. Und am Mittwoch wird die Rote Sonne zum Theater und Fiktion zur Wirklichkeit. Oder so ähnlich. Die Gruppe um die Dramaturgin Antonia Beermann, die sich „What you see is what you get“ nennt, präsentiert nun die dritte Folge ihrer theatralen Clubnächte: „Dunkle Materie. Nichts ist beständiger als der Wandel“.

Ab Donnerstag ruft das Feierwerk wieder: Jedes Jahr im Frühling sind sie die ersten mit den Festen. Das dreitägige Festival „Make or Break“ lockt mit freiem Eintritt und Bands. Es beginnt mit Lokalem, wie dem Flowerstreet-Special am Donnerstag. Amadeus Böhm zeigt dabei die üblichen Verdächtigen wie Tuó und Elektrik Kezy Mezy. Aber auch die junge Band The Capitols (unsere Band der Woche übrigens), die ihren Alternative-Rock mit Blockflöte würzen, sind mit von der Partie. Am Freitag wird es dann am gleichen Ort auch internationaler, wenn die großartigen FM Belfast aus Island von den Münchner Vorzeigebands Veli und Gender Bombs unterstützt werden.

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