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Unterwegs mit Melissa

von Melissa Ludstock

Jahr: 2012, Woche: 22

München bedeutet für viele Freiheit, die Flucht in die große, weite Welt. Doch im Großstadtdschungel angekommen, fühlt man sich oft zunächst planlos – wo gehe ich heute tanzen? Welche Ausstellung gucke ich mir an? Eine Kolumne über die wirklich jungen Veranstaltungen der Stadt.

Mister Facelift ist tot. Als seine Anwältin gerate ich irgendwie unter Verdacht, ihn umgebracht zu haben. So sieht mein Freitagabend aus – ich bin auf einem Krimidinner eingeladen und werde als „kühle, aparte Amerikanerin“ versuchen, den wahren Mörder Facelifts zu finden. Meine Rolle liebt geistreiche Konversationen und ironische Kommentare, das steht zumindest in meiner Einladung – da hat sich meine Freundin schon die richtige Rolle für mich ausgesucht.

Nach so vielen Ermittlungen und Verdächtigungen starte ich ganz gemütlich den Samstagnachmittag im Garten des Import Export: bei der Singer & Songwriter Open Stage Session. Jeder kann mitmachen. Ich freue ich mich auf einen entspannten Nachmittag mit gemütlicher Musik. Und Kuchen gibt es auch. Das Wichtigste: Veranstalterin Julia Nagele unterstützt mit den Einnahmen „ein tolles Projekt“, wie sie bei dem Veranstaltungshinweis schreibt. Ganz nebenbei helfe ich auch noch für eine tolle Sache mit.

Danach ziehe ich weiter Richtung Feierwerk zum Nachtkonsum Sommerspezial, das heißt: anstatt wie sonst in der Halle, wird dieses Mal im Freien abends geramscht und getrödelt. Den Kuchen tausche ich nun gegen ein kühles Bier. Ich schlage zu, wie immer, kaufe haufenweise Bücher und Kleidung ein. Deswegen muss ich jetzt auch erst einmal nach Hause – die Einkäufe abladen.

Abends gehe ich dann in die Uni und das freiwillig: die Politologen feiern in ihrer Mensa im Keller des Geschwister-Scholl-Instituts für Politikwissenschaft am Englischen Garten. Freunde niedriger Räume und enger Kellerräume sind hier herzlichen willkommen. Das politisch angehauchte Motto wird gleich mitgeliefert: „Die (Piraten)-Politologen-Party, klar machen zum Kentern.“

Mein Kopf ist schwer, der Magen grummelt, in den Ohren pfeift es noch: die Party gestern scheint, gut gewesen zu sein. Deswegen entscheide ich mich, den Sonntag ruhig zu gestalten. Ich schaue mir das neue Video von „Hadern im Sternenhagel“ an. Nach dem Lied „Oben“ komme ich doch noch aus dem Bett: zur Hackerbrücke. Dort spielt ein Teil des Videos. Langsam verliere ich mich in imaginären Streifzügen durch München – das Vorstadtmädchen träumt vom frei sein in der Großstadt.

Montag geht es nach der Uni gleich zu Poetry in Motion in der Amalienstraße – weil zwar heute schon viel geredet und erzählt wurde in den Vorlesungen, zu Lachen gab es jedoch nicht wirklich viel – für den armen Durchschnittsstudenten wie mich. Da erwarte ich mir hier beim poetischen Clubbing schon mehr Lacher. Und tanzen kann ich auch noch. Ich bin zufrieden.

Und schon ist wieder eine halbe Woche vorbei – den Dienstag habe ich vor lauter Uni gar nicht mitbekommen. Macht aber auch nichts, heute am Mittwoch will ich Gutes tun und auf ein Charity Konzert gehen. „ROCK TO MAKE A WISH Charity Konzert“  im Schlachthof – Rockmusik – nicht gerade meine Lieblingsmusik – dennoch verspricht das Konzert, mir zu gefallen: Rock gepaart mit Tanzeinlagen und Choreografien. Und einmal mehr bin ich diese Woche wohltätig: der Erlös wird an lebensbedrohlich kranke Kinder gespendet, die sich so einen Wunsch erfüllen können.

Für Donnerstag setzen sich meine Freunde aus der Stadt in die S-Bahn und besuchen mich in der Vorstadt. Für 100 Tage gibt es diesen Sommer in Dachau einen Stadtstrand – das klingt nach Sand in den Schuhen und gemütlichen Abenden im Liegestuhl. An diesem Abend lohnt sich die Fahrt in den idyllischen Vorort gleich doppelt. Lem Motlow spielen unplugged. Raus aus der großen bunten Stadt also für ein paar Stunden zumindest. Ich stelle mich auf „kratzig-rauen Hard Rock“ ein, wie Rita Argauer die Band der Woche der Junge-Leute-Seite beschreibt. Und plötzlich ist die Kleinstadt ganz groß. Aber der Meinung bin ich ja schon immer.

Endlich Freitag, endlich Wochenende. Ich schnappe mir den wohl größten Puerto Nico Fan, den ich kenne, und ab ins Auto, nach Landsberg zum Lechschall Festival. Jumuku – Junge Musik- und Kulturinitiative Landsberg am Lech – hat das Festival 2010 ins Leben gerufen. Also jede Menge junge Musik aus der Region. Und will ich noch meine Schwester glücklich machen, bleibe ich bis Samstag, da spielt dann Puerto Nico.

Freitag 1. Juni 2012

Privates Krimidinner bei Freundin Sandra

Samstag 2. Juni 2012

Singer & Songwriter Open Stage Session im Import Export:

http://www.facebook.com/events/386923821359919   

Nachtkonsum Sommerspezial im Feierwerk:

 http://nachtkonsum.com/sommerspezial

 (Piraten)-Politologen-Party der Politologie-Fachschaft der LMU München

 http://fapo-gsi.de/

Sonntag 3. Juni 2012

Gemütlich bei Musik von Hadern im Sternhagel

http://vimeo.com/43143693

Montag 4. Juni 2012

Poetry in Motion in der Amalienstraße

http://www.lyrik-kabinett.de/

Dienstag 5. Juni 2012

Stress in der Uni

Mittwoch 6. Juni 2012

 „ROCK TO MAKE A WISH Charity Konzert“  im Schlachthof

https://www.facebook.com/imschlachthof

http://www.facebook.com/events/351268764933949/

Donnerstag 7. Juni 2012

Stadtstrand Dachau mit Lem Motlow

http://stadtstrand-dachau.de/programm/juni/  

Freitag 8. Juni 2012

Auf das Lechschall Festival in Landsberg am Lech mit vielen jungen Bands

http://2012.lechschall.de/

 

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