StadtLandRock am Samstag

Rockige Gegensätze auf dem Stadt-Land-Rock-Festival 2013

von Leonie Teisner

Jahr: 2013, Woche: 27

Zwei Singer-/Songwriter und eine Brit-Rock-Band sorgen am dritten Abend des Stadt-Land-Rock-Festivals 2013 (Fotos: Käthe deKoe) für rockige und ausgelassene Stimmung in der Tanzbar.

Rockige Klänge dringen aus der Tanzbar. Der dritte Abend des Stadt-Land-Rock-Festivals nähert sich dem Ende. Doch im Zelt stecken die Musiker von Patrick McCranc noch einmal alle Energie in ihre Musik. Dreckiger britischer Rock, wie er purer nicht sein kann. In Uniformjacken treten die drei Musiker auf – Bassistin Meike wurde diesen Abend würdig von „Aushilfsbasser“ Max vertreten. Sofort herrscht Bewegung auf der Bühne, der Leadsänger Patrick springt und tanzt verrückt mit seiner Gitarre im Rampenlicht. Alle drei singen, doch Patricks raue Stimme ist immer herauszuhören. Auch der einbeinige Schlagzeuger Pete, der im Laufe der Show seine Uniformjacke ausgezogen hat und nun mit nacktem Oberkörper hinter dem Schlagzeug sitzt, nickt heftig mit dem Kopf mit. Patrick McCranc bringen Spaß auf die Bühne – und ins Zelt. Die Leute tanzen, angefeuert von der wilden Leidenschaft der Band. Dann nimmt Patrick Anlauf und springt auf die Bass-Drum. Die Musiker verausgaben sich, der Schweiß läuft ihnen herunter -  es ist heiß. Doch ihre Musik ist es auch. Außer Atem kündigt Patrick die Songs an. Einer davon beginnt ruhiger. Pete kommt hinter seinem Schlagzeuger hervor und singt mit. Dann legen sie wieder los – mit voller Power. Die Leute verlangen nach einer Zugabe – und die bekommen sie natürlich auch.

Begonnen hat der Abend mit Singer-/Songwriter Darcy. Mit seinem Freund James kommt er auf die Bühne, der ihn mit E-Gitarre im Hintergrund unterstützt. Darcys kraftvolle Stimme, der man die klassische Chorausbildung anhört, steht jedoch im Vordergrund. Rockig ist seine Musik, sofort bringt der 18-Jährige Stimmung in das Zelt. Als die beiden Jungs anfangen zu klatschen, weitet sich das auf das ganze Publikum aus – alle beginnen im Takt der Musik mitzuklatschen. Darcy bewegt sich unruhig auf der Bühne, geht in die Knie, dreht sich. Immer wieder wischt er sich mit einem Handtuch den Schweiß von der Stirn, nimmt einen Schluck Wasser. Wenn er nicht gerade Gitarre spielt, untermalt er mit den Händen seine Musik. Der nächste Song „Another day on the motorway“ sei normalerweise das letzte Lied bei Auftritten, aber weil das Publikum so cool ist, spielt er es diesmal schon früher. Man spürt sofort die Dynamik, die von diesem Stück ausgeht. Die Energie breitet sich über das Publikum aus, einige Zuschauer beginnen sogar mitzusingen und ausgelassen zu tanzen. In den ersten Reihen stehen vor allem Jugendliche, doch weiter hinten lockt seine Musik auch immer mehr ältere Leute an, in der Mitte der Tanzfläche bewegen sich zwei Männer unbefangen zu der Musik. Ursprünglich ist der junge Singer-/Songwriter aus England, seine Ankündigungen macht er deswegen auch auf englisch. Mit „Farewell Tune“ verabschiedet sich Darcy für diesen Abend von seinem Publikum. Ruhiger beginnt das Lied, er schließt die Augen, legt viel Gefühl hinein. Dann wird es wieder rockiger, die Leute gehen mit der Musik mit und verlangen am Ende noch nach einer Zugabe.

Finn Nelé wird als Singer-/Songwriter mit der „wunderbar schmutzigen Stimme“ angekündigt. Mit seiner Gitarre steht er auf der Bühne. Lässig tritt er auf, seine längeren lockigen Haare fallen ihm ins Gesicht. Doch als er anfängt zu singen, mag dieses Erscheinungsbild mit seiner Musik zunächst so gar nicht zusammenpassen. Seine raue Stimme bringt einen dreckigen Sound in seine Musik. Zu seiner Gitarre spielt er die Bass-Drum. Durch die wenigen Instrumente kommt seine besondere Stimme noch mehr heraus. Die Leute wippen mit, auch ruhigere Lieder halten sie nicht davon ab, mitzutanzen. Der Gesang steht im Vordergrund – kraftvoll und gefühlvoll ist er. Finn Nelé steht ruhig auf der Bühne, er bewegt sich nicht viel – und lenkt so den Fokus auf seine Musik. Zwischen den Liedern wünscht er dem Publikum immer wieder „Viel Spaß!“ Dann greift er zu einem Mundharmonik-Gestell und beginnt sein nächstes Lied „The other one“. Seine Musik geht unter die Haut. In seiner rauchigen tiefen Stimme steckt viel Gefühl. Als Zugabe spielt Finn Nelé ein deutsches Lied. „Jesua“ heißt es, ist aber noch nicht auf der CD „Lark“, die gestern frisch vom Presswerk gekommen ist und hier nun zum ersten Mal verkauft wird.

Bunte Lichtpunkte hüpfen über den Boden des Zeltes – in der Mitte tanzen ein Mädchen und ein Junge mit Dreadlocks. Um sie herum wippen die Zuhörer im Takt der Musik. Es ist dunkel geworden, doch niemand kann sich losreißen. Ein rockiger Abschluss des Abends.

StadtLandRock am Samstag

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Der dritte Abend des Stadt-Land-Rock Festivals 2013 auf dem Tollwood mit Darcy, Finn Nelé und Patrick McCranc. Fotos: Käthe deKoe

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