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	<title>SZ Jugendseite &#187; Abschied und Anfang</title>
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		<title>Groß und Klein</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 16:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna Strugalla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: zum letzten Mal die Große.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Ich war eine von ihnen. Eine von denjenigen, die schon fast auf Du und Du mit den Lehrern sind. Eine von denen, die alles kennen. Für die nichts mehr neu ist, nichts mehr spannend. Eine von den Großen, die schon mal mit einem Bier vor der Schule stehen und mit einer coolen Handbewegung den Autoschlüssel beim Schritt aus dem Haupteingang zücken. Kurz: Ich war oben angekommen, konnte die Kleinen belächeln, wenn sie wieder einmal völlig hilflos in den Gängen unseres Altbaus herumirrten oder mit großen Augen verstummten, wenn der Direktor um die Ecke bog. </P><br />
<P>Nun stehe ich hier. In einem schier endlos großes Gebäude, mit unzähligen Gängen, von denen immer gleich aussehende Türen und immer länger werdende Gänge abgehen. Alles ist so riesig hier in der Uni, so weit und unvertraut – so wie damals, als ich eine Fünftklässlerin war. Dazu kommt ein geschäftiges Treiben um mich herum, von mir unbekannten Menschen, die mir alle hübscher, reifer und besser gekleidet als ich vorkommen. Ich zupfe meinen Rock zurecht. Ich spüre, dass ich auf keinen Fall zeigen möchte, wie verloren ich mich hier fühle. Ich mache mich auf den Weg, blättere geschäftig in meinem Skript, um nicht aufzufallen. Doch wohin muss ich? Auf einen kahlen Gang folgt der nächste, nach einer Treppe kommt eine andere.</P><br />
<P>Ich bin kurz vorm Verzweifeln, Doch dann tippt mich ein Mädchen von hinten an. Genauso planlos, genauso neu und genauso erleichtert wie ich, einen Mitfühlenden unter all den Fremden gefunden zu haben. Jetzt sind wir schon zu zweit. Der erste Schritt ist getan auf meinem Weg in die völlig neue Welt.</P></p>
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		<title>Und keiner ruft an</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 16:51:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Zetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: zum ersten Mal Heimweh.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Gebucht hatte ich eigentlich nur sieben Tage Urlaub. Nur für mich. Einfach mal entspannen, die Seele baumeln lassen und Sonne tanken. Einfach nichts tun. War auch alles gut und schön. Bis zum Tag meiner Abreise. Bis die nette Dame an der Rezeption sagte: „Sie können heute nicht abreisen, alle Flüge sind storniert worden.“</P><br />
<P>Da sitze ich nun. Mit gepacktem Koffer. Mit einer Menge Urlaubssouvenirs. Und mit Heimweh. Auf einmal beginne ich alles zu vermissen. Mein Bett, meine Couch, meine Eltern. 3000 Kilometer weg von zu Hause – und auf einmal erscheint mir alles so einsam. Keiner da, der mich abends noch mal kurz anruft. Nur um zu hören, wie es mir geht. Keiner da, der mich einfach mal kurz in den Arm nimmt, nur weil ich gerade einen Anflug von Liebesbedürftigkeit habe. Ich bin ganz allein. Allein sein, nur für mich sein – so sollte es sein. Mit meinem Koffer gehe ich zurück in mein Hotelzimmer, setze mich auf das Bett und fühle mich, als wäre ich am anderen Ende der Welt. Bin ich ja auch, fast. Ich durchwühle meine Sachen, auf der Suche nach etwas, das mich an mein Zuhause erinnert. Etwas, an dem ich mich festhalten kann – nichts, nur dreckige Wäsche. Daheim angekommen, falle ich meiner Mama in die Arme, als wäre ich ein ganzes Jahr weg gewesen.</P></p>
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		<title>Intensive Gefühle</title>
		<link>http://www.sz-jugendseite.de/intensive-gefuhle/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 14:59:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisi Wasmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: zum ersten Mal Muttergefühle. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Laut, schmutzig und irgendwie anstrengend. So sind kleine Kinder. So dachte ich bis jetzt, dass kleine Kinder sind. Selbst haben wollte ich nie eines. Sollen doch die anderen. Eine dänische Bulldogge hätte wohl mehr Muttergefühle in mir wachrufen können als so ein Knirps. Aber seit einigen Wochen beginnt meine harte Fassade zu bröckeln. </P><br />
<P>Das erste Mal habe ich es gemerkt, als mich so ein kleiner Stempen in der U-Bahn angesprochen hatte. Ich stand schon an der Tür, wollte bei der nächsten Station aussteigen. Da höre ich ein undefinierbares Kauderwelsch hinter mir. Ein Kind sitzt in seinem Buggy, lacht mich an und unterhält sich fröhlich mit mir. Ich verstehe kein Wort, das hält ihn aber nicht davon ab, fröhlich weiterzuquatschen. „Genau“, sage ich, weil ich nicht unhöflich sein will. Als ich aussteigen will, stelle ich fest: Ich bin zu weit gefahren.</P><br />
<P>Fange ich tatsächlich an, eine gewisse Sympathie für Kleinkinder zu entwickeln? Gestern bin ich an einem Spielplatz vorbeigelaufen. Ein kleiner Junge fiel einen Meter von mir entfernt von der Schaukel. Ich helfe ihm auf. Klopfe ihm den Dreck von den Knien und versuche, ihn zu trösten. Ich nehme ihn auf den Arm, streiche ihm über den Kopf. Und er beruhigt sich. Das erste Mal ist ein Baby nicht in Tränen ausgebrochen, weil ich es auf dem Arm hatte. Im Gegenteil, es hat sich an mich gedrückt, geschnieft – und kurz darauf wieder gelacht. Ein komisches Gefühl. Aber gut, irgendwie. </P><br />
<P>&gt;Und schockierend. Kinder haben bisher noch nie in meinen Lebensplan gepasst. Auch jetzt noch nicht. Ich frage mich, ob ich eine gute Mutter wäre. Nicht jetzt, aber eines Tages vielleicht. Ich drücke den Knirps noch einmal an mich, dann übergebe ich ihn seiner Mutter, die inzwischen herangeeilt ist. </P></p>
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		<title>Verwegen harmonisch</title>
		<link>http://www.sz-jugendseite.de/verwegen-harmonisch/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 15:12:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Krause</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: der erste Pärchenabend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Eine Matratze. So habe ich mir meine Studienzeit vorgestellt. Eine Matratze auf dem Boden eines heruntergekommenen WG-Zimmers. Dieses Bild war alles, was ich jahrelang mit meinem zukünftigen Studenten-Dasein verknüpfte. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Ich habe in meiner ersten Uni-Woche meinen Sitznachbarn bekritzelt, ihm einen Monat später meine zweite Bettdecke bezogen und uns Anfang dieses Jahres das erste gemeinsame Küchengerät gekauft. Dazwischen war ich auf Partys, bei denen die Gastgeberin das Wohnzimmer mit Kinderschokolade dekoriert hatte oder wir an Sankt Martin mit Laternen und Gesang auf den Olympiaberg zogen.</P><br />
<P>Mein erster Pärchenabend steigert den Gegenentwurf zum wilden Studentenleben noch. Mit der Gastgeberin stand ich einst hinter einem Verkaufstisch und scannte Spitzenunterwäsche ein – ich war im letzten Schuljahr und sie im ersten Semester. Damals hatte sie sich gerade in einen Kommilitonen verliebt und&#8230; man ahnt es schon: Jetzt sitzen wir zu viert an einem Tisch und freuen uns, dass wir uns endlich mal alle kennenlernen. Dass wir trotz unserer Terminkalender bei vegetarischer, laktosefreier Lasagne über Arbeit und Alltag plaudern. Harmonie dampft aus allen Poren – und wenn wir sie nicht selbst ausdünsten würden, wäre es nicht zu ertragen. Zum perfekten Feeling fehlt nur noch, dass jemand einen Hochzeitstermin bekanntgibt oder der Babysitter anruft. Das Beängstigende daran: Ich amüsiere mich.</P><br />
<P>Es ist so weit, hier endet eine Ära: die Ära des aufgeschobenen Exzesses. Als Kind konnte ich die wilden Zeiten in meine Jugend verlegen, als Jugendliche in die Studienzeit. Und jetzt? Mein wilder Erziehungsurlaub? Meine wilden Wechseljahre? Es ist an der Zeit einzusehen, dass Pärchenabende einfach cooler sind als Partys und Polygamie. Genauso wie Scrabble-Spielen, Nachmittage im Möbelhaus oder multifunktionale Küchenmaschinen. Wer braucht den Exzess, wenn er mit einem Gerät Karotten hacken und Salat schleudern kann? </P></p>
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		<title>Sorgen wie Mama</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 15:28:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Nicolay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: sich zum ersten Mal Sorgen machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Ich mag Kinder. Keine eigenen, bin schließlich erst 23. Ich will Patentante sein. Die beste. Lustigste. Coolste. Gut, dass meine Schwester Mama wurde. Am Anfang war es süß, das kleine Baby auf dem Arm zu haben. Die kleine Emma. Jetzt macht es höllischen Spaß, mit Emma Unfug zu treiben. Und ehrlich gesagt: Ich bin ja auch keine typische Tante. Klingt ja schon so alt, Tante. Daraus hat Emma Tatta gemacht. Passt viel besser zu mir. </P><br />
<P>Aber neulich hat mich das Tantige eingeholt. Emma ist mal wieder auf die höchste Rutsche geklettert. Es sah so aus, als würde sie herunterfallen. Für mich: ein Schock. „Pass auf, Emma!“, kreische ich. Panik befällt mich. Ich renne zur Rutsche und fange sie gerade noch auf. Ich will ansetzen und ihr erklären, dass sie vorsichtig sein muss. Da hüpft sie auch schon unbeschwert weiter. </P><br />
<P>Mir fallen tausend Szenen ein, als meine Eltern genau diesen Satz bemühten: „Sei vorsichtig!“ Und ich nur genervt die Tür hinter mir zugezogen habe. Der Schreck lässt langsam nach. Trotzdem fühle ich mich nicht besonders unbeschwert. Weichen meine jugendlichen Bedenken jetzt richtigen Sorgen. Muss ich mir denn überhaupt Sorgen machen? Fange ich tatsächlich an, wie meine Eltern zu sprechen. Verhalte ich mich auch wie sie? Emma hat keinen Blick für meine Sorgen. „Tatta, komm mit!“, sagt sie. Dann werde ich Emma wohl erst mal mit meinen wachsamen Augen in den Sandkasten folgen.</P></p>
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		<title>Fremdes Terrain</title>
		<link>http://www.sz-jugendseite.de/fremdes-terrain/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 16:40:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna Goudinoudis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: zum ersten Mal in der alten Schule ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Meine Mutter braucht eine Schulbestätigung. Irgendetwas mit dem Kindergeld und der Steuer. Drei Jahre ist es jetzt her, dass ich die Schulbank gedrückt habe. Immer die gleichen Leute, die man schon so lange kennt. Der gleiche Tagesablauf, die gleichen Lehrer, derselbe Unsinn, den man stiftet. Die Rituale wurden selten gebrochen. Was habe ich mir zu Schulzeiten Sorgen gemacht. Wie wohl alles werden wird, danach? Und weitergegangen ist es immer.<BR>Ich gehe die Treppe hoch zum Sekretariat. Eigentlich dürfen die nur die Lehrer nehmen. Aber das hat uns nie wirklich abgehalten. Außerdem bin ich in diesem Haus irgendwie undefiniert. Kein Schüler, aber auch kein Lehrer, mehr ein Besucher. So fühle ich mich auch. Obwohl alles so gleich ist, ist es doch anders. Ich kenne die Schüler nicht mehr. Nur wenige Lehrer nicken mir zerstreut zu. </P><br />
<P>Im Sekretariat erinnert sich die Mitarbeiterin noch an mich. Irgendwie freut mich das. Man ist doch kein absolut unbeschriebenes Blatt. Mit der Bestätigung in der Hand gehe ich durch das Schulhaus. Es ist ein komisches Gefühl. Ich fühle mich fremd an dem Ort, der doch eine so lange Zeit zu meinem Leben gehört hat. Schulpartys, Theateraufführungen, Bigband-Konzerte, gute und schlechte Klausuren, Facharbeitsabgabe, Abitur. </P><br />
<P>Jetzt merke ich, dass es einfach nicht mehr meine Welt ist. Die Herrschaft wurde abgetreten. Und ich weiß, dass ich auf keinen Fall mehr zurück will. So schön die Zeit auch war. Die eingeritzte Mitternachtsformel auf der vorletzten Toilette im ersten Stock ist auch weg.</P></p>
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		<title>Netter Quälgeist</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 15:40:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisi Wasmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: sich das erste Mal über Pumuckl aufregen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Endlich Semesterferien. Das dachte ich, als die Schwellung nach meiner Weisheitszahn-OP endlich nachließ. Von wegen, dachten wohl meine Nieren, die kurzfristig entschlossen, sich zu entzünden. Also noch eine Woche Bettruhe. Ich tat mir leid. Und langweilte mich schier zu Tode, bis ich in meinem Zimmer in einer Schublade meine alten Pumuckl-Kassetten entdeckte.</P><br />
<P>Schnell den alten Kassettenspieler rausgekramt, ins Bett gesetzt – und los geht die Show. Etwa genau fünf Minuten, denn sobald der kleine Kobold anfängt zu reimen, bekomme ich Kopfschmerzen. Ich fühle mich plötzlich wie mein Papa, der Pumuckl-Hörspielen auf langen Autofahrten striktes Mitfahr-Verbot erteilte. Gequält würge ich den Rotschopf ab und Pumuckl landet im Mülleimer. Sein dröhnendes Quäken ist einfach zu viel für meine alten Nerven.</P></p>
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		<title>Absolut lächerlich</title>
		<link>http://www.sz-jugendseite.de/absolut-lacherlich/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 18:18:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lena Mischau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: sich das letzte Mal über Kleinigkeiten aufregen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Bestellt habe ich ein Antipasti-Vollkornbaguette und Cola light. Was bekomme ich? Kalte, frittierte Hühnerstückchen auf einer Mohn-Semmel. Cola ist übrigens aus. Ich kann diese fettigen Hühnerteile nicht leiden, und Mohn bleibt scheußlich zwischen den Zähnen hängen. In diesem Moment spüre ich es tief unten rumoren, dann kriecht er langsam nach oben: der Ärger. </P><br />
<P>Der Junge vor mir beißt indes in sein Antipasti-Baguette und stößt einen Schrei aus – orangefarbene Sauce spritzt nach allen Seiten, auf sein weißes Shirt, auf die Theke, auf mein neues Oberteil! Mein Ärger droht in Wut umzuschlagen. Wieso passiert das wieder einmal ausgerechnet mir? Ich stehe kurz davor, mich auf den Verkäufer oder den Jungen neben mir zu stürzen! Doch dann klatscht der Junge mit dem ehemals weißen Shirt das angebissene Baguette auf den Tresen und lässt eine Schimpftirade los, was dem Verkäufer einfalle, denn er habe eine Hühnchen-Semmel bestellt – fluchend stürmt er davon.</P><br />
<P>Belustigt sehe ich ihm hinterher. Wie kann man sich nur über eine Kleinigkeit dermaßen aufregen? Ein Stück Teig und ein bisschen farbige Mayonnaise? Kindisch. Im nächsten Moment bin ich peinlich berührt. Ja, wie konnte ich nur? Mein Ärger ist verraucht. Absolut lächerlich, denke ich, was für eine Lappalie. In jeder Hinsicht und in Anbetracht alles anderen: Dass ich gesund bin, dass ich einen schönen Tag vor mir habe, dass&#8230; „Alles in Ordnung?“, fragt mich der Verkäufer und deutet auf den winzigen Fleck auf meiner Bluse. „Nicht so schlimm“, antworte ich fröhlich und gehe gut gelaunt nach draußen. </P></p>
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		<title>Haftcreme fürs Leben</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 16:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisi Wasmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschied und Anfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das „Wie“ unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: die ersten Dritten.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Ich würde nicht behaupten, ich sei ungeschickt. Es ist nur so, dass ich, was Verletzungen angeht, einfach ein bestimmtes Talent entwickelt habe. Sei es der Nasenbeinbruch auf einer Eisplatte oder der Sturz mit einer Glasflasche, weswegen die Ärzte beinahe meinen Finger amputiert hätten. Außergewöhnliche Unfälle sind eben meine Spezialität.</P><br />
<P>Das habe ich schon zu Beginn des neuen Jahrtausends festgestellt. Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: Schnee, ich, eine Schanze. Und kurze Zeit später hatte ich ungefähr vierdreiviertel Zähne weniger im Mund. Das ist jetzt elf Jahre her und inzwischen duze ich nicht nur meine Zahnärztin, ich sehe eigentlich auch wieder ganz possierlich aus. Lückenlos sozusagen. Das ist harte Arbeit. Zumindest für meine Zahnärztin. Seit Jahren feilt, schiebt, modelliert und klebt sie, was das Zeug hält. Etwa jeden zweiten Monat statte ich ihr einen Besuch ab. Man gewöhnt sich daran. </P><br />
<P>Nur beim vergangenen Termin, da war alles anders. Mit einem breiten Grinsen begrüßt sie mich in ihrer Praxis. Sie habe etwas Neues für mich. Das Neue, das ist eine Prothese. Ein Dritter. Mein Dritter. Mit einundzwanzig. Gekonnt klemmt meine Zahnärztin das Ding da hinein, wo vorher ein falscher Zahn geschickt eine Lücke verdeckt hatte. Ich habe wieder alle Zähne. Und dazu die Depression meines Lebens. Einundzwanzig sei eben das neue Siebenundachzig, behauptet ein Kumpel. Danke. Das Neue sieht aus wie eine Zahnspange und macht mich lispeln. Zum Abschied drückt mir meine Ärztin eine Tube Haftcreme in die Hand. Ich habe mich noch nie so alt gefühlt. Und dämlich. </P></p>
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		</item>
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		<title>Stolz statt Tränen</title>
		<link>http://www.sz-jugendseite.de/stolz-statt-tranen/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 16:36:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sarah Herrlich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erwachsen werden die meisten - irgendwann. Nur das "Wie" unterscheidet sich. Eines haben Situationen, nach denen man sich reifer fühlt, jedoch gemeinsam: Man macht Erfahrungen zum ersten oder letzten Mal. Heute: sich zum ersten Mal nicht mehr verstellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><P>Die ersten einundzwanzig Jahre meines Lebens habe ich die Superheldin gespielt. Zumindest, wenn Zeugen in Reichweite waren, die meine schwachen Momente meinem damaligen Verständnis nach gegen mich hätten verwenden können. Dass diese Zeugen Freunde oder Familienmitglieder waren, die stets nur mein Bestes wollten, tat nichts zur Sache. Sie hätten mich weinen oder zumindest die Fassung verlieren sehen können – und das war für mich Grund genug, es genau dann nicht zu tun. Egal, was mir auch Schlimmes widerfahren ist: Ich habe Fassung bewahrt und mir meinen Schmerz, meine Wut, meine Enttäuschung nicht anmerken lassen.</P><br />
<P>Ich habe mir nur dann erlaubt, schwach zu sein, wenn ich sicher war, dass niemand es sehen oder hören konnte. Wenn ich vom Baum gefallen war und niemand es mitbekommen hatte. Wenn ich mich nach einem Streit in mein Kinderzimmer verzogen hatte. Oder später nachts, wenn meine Sorgen sich vor meinen Augen zu einem monströsen Berg auftürmten und mich in meinem Bett zu erdrücken schienen. Sogar meine ersten Beziehungen ließ ich daran scheitern: Seelenruhig hörte ich mir an, dass ich gefühlskalt und nicht beziehungsfähig sei, packte danach meine Sachen und ging. Sobald ich dann aber zu Hause angekommen und alleine in meinem Zimmer war, brach ich zusammen. Vielleicht auch nicht – so genau weiß ich das nicht mehr: Superheldinnen verdrängen gerne.</P><br />
<P>Mit dieser Taktik habe ich ein verzerrtes Bild meiner Selbst geschaffen. Es hat mich für viele Menschen unnahbar gemacht, und somit unverletzlich. Aber zu Glück und Zufriedenheit hat es mir nie verholfen. Stets hatte ich das Gefühl, nicht verstanden zu werden – wie auch? Und dann kam jemand und zeigte mir den Weg. Ohne mich zu bevormunden, sogar ohne mich zu beurteilen oder mich ändern zu wollen. Ohne mir eine bestimmte Lösung für mein Problem aufzuzeigen. Vielmehr erkenne ich nun meine Misere, ich kann sie beim Namen nennen und sehe nun eine Möglichkeit, mich aus ihr zu befreien. Meine Erkenntnis? Es erfordert eine Menge Mut, seinen Verteidigungswall einzureißen und seine menschlichen Züge zum Vorschein kommen zu lassen. Nur die Tapferen gestatten es sich, verletzlich zu sein. Weg mit den Masken, weg mit den Barrieren – hier bin ich! Mein Lohn für diesen Schritt? Ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Die Sicherheit, so akzeptiert und geliebt zu werden, wie man tatsächlich ist. </P></p>
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