kolumne ziege

Eine Ziege als Kühlerfigur

von Melissa Ludstock

Jahr: 2013, Woche: 15

In der Vorstadt gibt es viele Tiere. Vor Allem nachts am Straßenrand. Doch leider sind das meistens Rehe, Ziegen wären dem Vorstadtmädchen lieber.

Ich liebe Ziegen. Das war schon immer so. Keine Ahnung warum. Vielleicht habe ich ja doch so ein Land-Gen in mir. Ich bin mittlerweile überzeugt, dass es so etwas gibt.

An jedem Wandertag, an dem es in den Tierpark ging, zog es mich ins Kleintiergehege. Auch heute noch. Letztens war ich im Wildpark Poing, den Zugereisten wahrscheinlich kein Begriff, vielleicht auch den Stadtkindern eher nicht. Aber für mich ist dieser Wildpark das Größte.

Auch dieses Mal war ich bei jeder Ziege wieder ganz aus dem Häuschen. Mäh hier, mäh da, Hauptsache das Futter aus meiner Tüte landet irgendwie im süßen kleinen Mund der Ziege. Rehe finde ich nicht so spannend. Vor Rehen habe ich Angst.

Denn Rehen begegne ich in der Vorstadt leider viel zu oft. Die gehen dann aber meist das Risiko ein, als Kühlerfigur meines Autos zu enden. Und das will ja weder Reh noch Auto. Geschweige denn ich. Aber in der Vorstadt geht es eben ländlicher zu, und begibt man sich da ein paar Meter raus aus der Stadt mit seinem Gefährt, dann steht am Straßenrand immer das ein oder andere kauende Reh. Unvorstellbar für einen Münchner, der tagtäglich nur den Mittleren Ring oder die U-Bahn sieht.

Abends ist das mit dem lieben Vieh besonders schlimm. Da krieche ich über die Ausfallstraßen, panisch suche ich den Straßenrand nach blitzenden Augen ab. Ich habe, glaube ich, mehr Angst vor diesen wilden Tieren als die Rehe selbst.

Deswegen mag ich Ziegen viel lieber. Die stehen nämlich nicht am Straßenrand. Und selbst wenn, dann würde ich sie einpacken, neben mich setzen und wieder nach Poing bringen. So gern mag ich die nämlich.

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